Big Picture: Unsere App verstehen
| Block 1 | Wie funktioniert eine Web App? Website vs. Web App · Client vs. Server (Teppanyaki-Analogie) · Frontend vs. Backend · Request/Response · GET vs. POST · was beim Button-Klick passiert |
| Block 2 | Unsere Architektur im Detail Die vier Schichten des GEO Agents · React auf Cloudflare Pages · Supabase Edge Function als Türsteher · n8n als Workflow Engine · Supabase in vier Rollen · Ablauf beim Audit-Start · Monolith vs. Modular · Separation of Concerns · Architektur als Entscheidung |
| Abschluss | Quiz · Glossar · Prework Modul 2 (Web-Developer-Roadmap-Video) |
Ziel
Die beiden können nach dem Modul erklären, was beim Klick auf «Audit starten» im GEO Agent tatsächlich passiert — und welches der vier Systeme dabei welche Aufgabe übernimmt.
Roter Faden
Architektur ist keine Naturkonstante, sondern eine Entscheidung mit Vor- und Nachteilen.
Interaktion & Übungen
- Einstiegsfrage als Vorher/Nachher-Check: «Wie stellt ihr euch vor, dass die App technisch funktioniert?» — am Modulende nochmal gestellt
- Auflösungsfrage zur klassischen Verwechslung: Frontend/Backend ist nicht dasselbe wie Client/Server
- Frage «Was passiert, wenn du die App öffnest?» mit anschliessender Auflösung
- Drei interaktive HTML-Demos zum Selberklicken statt Frontalvortrag
Artefakte
- PPTX mit 24 Slides, Speaker Notes auf jedem Slide
- Demo 1: Request/Response-Flow · Demo 2: Button-Klick Schritt für Schritt · Demo 3: vollständige Architektur, inaktive Knoten werden abgedunkelt
- Zwei Einzelslides: die vier Applikationsschichten, CSR vs. SSR
Prework für das Folgemodul
Video zur Web-Developer-Roadmap.
Foundations: Wie funktioniert das alles wirklich?
| Block | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Internet & Web Basics — Internet vs. Web (Stromnetz) · DNS/IP-Kette · HTTP & HTTPS |
| 2 | Frontend Technologies — HTML/CSS/JS (Haus-Analogie) · Browser-Rendering · Übung HTML-Seite · Übung DevTools Netzwerk-Tab |
| 3 | APIs & Datenkommunikation — Was ist eine API (Restaurant) · JSON · Status Codes |
| 4 | MCP & Markdown — MCP als USB-Prinzip · Markdown · Claude Code + n8n MCP |
| 5 | Moderne Frontend-Architektur — SPA vs. klassisch · Komponenten & State (Zugabfahrtstafel) |
| 6 | GitHub & Build Flow — Was ist Git · Repo audit-interface · Code → Live-App · develop → Preview → main |
| 7 | Security Basics — Secrets & Tokens (Festival-Analogie) · Auth-Flow · Secrets-Landkarte · Security Boundary |
Ziel
Fachbegriffe aus dem Engineering-Alltag einordnen können, die DevTools selbst öffnen und lesen, und wissen, wo im Stack welche Geheimnisse liegen.
Aufbau-Entscheidung
Block 6 (GitHub & Build Flow) steht bewusst nach der Frontend-Architektur. Das erzeugt die Brücke: erst sehen, wie komplex eine App wird — dann verstehen, warum es Git überhaupt gibt.
Hands-on
- Eigene HTML-Seite bauen — Rohbau selbst anfassen statt nur ansehen
- DevTools Netzwerk-Tab: einen echten Request des GEO Agents mitlesen
- Secrets-Landkarte: gemeinsam eintragen, welches Geheimnis in GitHub, Cloudflare, Supabase und n8n liegt
Abschluss
- Quiz mit 7 Fragen, Musterantworten in den Speaker Notes hinterlegt
- Glossar zweispaltig
- Prework für Modul 3: Fireship-«100 Seconds»-Videos zu Supabase, n8n und Cloudflare plus zwei Hands-on-Aufgaben
Stand
Alle 43 Slides sind gebaut, alle sieben Blöcke sind gehalten.
Werkzeuge: Setup & das Claude-Ökosystem
| Setup | Dev-Setup abschliessen, geführt über diagnose-und-plugins.md statt über Terminal-Befehle |
| Ökosystem | Claude Chat · Projects · Artifacts · Claude Code · Cowork · Connectors/MCP — Leitgedanke: immer dasselbe Modell, Unterschied liegt in Kontext und Zugriff |
| Übungen | Snippet-Preview-Artifact in Claude Code · Präsentation via /superpowers:brainstorming |
| Einordnung | Vergleich Claude / ChatGPT / Gemini über sechs Kriterien — Stärken der anderen offen benannt · zehn SEO-Skills im Überblick |
Ziel
Am Ende läuft bei beiden der eigene Dev-Server, und sie wissen, welches Claude-Werkzeug für welche Aufgabe gedacht ist.
Roter Faden
Es ist überall dasselbe Modell. Was sich unterscheidet, ist wie viel Kontext es bekommt und was es anfassen darf.
Dieser Satz trägt das ganze Modul — und ist gleichzeitig die Vorlage für Modul 7, wo aus «Kontext und Zugriff» die Unterscheidung Modell / API / Produkt / Agent wird.
Setup-Verifikation
Jeder hakt die Checkliste selbst ab, jeder Punkt braucht einen sichtbaren Beweis: Repo geklont und auf develop, npm run dev läuft im Browser, Supabase-Dev-Login funktioniert, Claude Code antwortet im Repo auf «was macht dieses Projekt?», n8n MCP liefert die Workflow-Liste (nur lesend), Testbranch lässt sich pushen.
Der Setup-Teil ist erfahrungsgemäss der fragilste — Buddy-Prinzip eingeplant: wer fertig ist, hilft dem anderen.
Die Claude-Landschaft
- Claude Chat — Gespräch, Kontext nur im Chat: Denken, Texte, Erklärungen
- Projects — Chat plus eigene Wissensbasis und Memory, für wiederkehrende Arbeit mit gleichem Kontext
- Artifacts — erzeugt eigenständige Dateien und kleine Apps im Chat: Prototypen, Visualisierungen
- Claude Code — arbeitet direkt im Repo, liest und schreibt Dateien, führt Befehle aus
- Cowork — agentisch wie Code, aber für Nicht-Code-Arbeit; nur theoretisch behandelt
- Connectors / MCP — Anbindung an externe Systeme wie n8n, Supabase, Google Drive
Übungen
- Dasselbe Prompt einmal im leeren Chat, einmal im GEO-Agent-Project — den Unterschied im Output selbst sehen
- Claude Code risikofrei, nur lesend: «Erklär mir, was in dieser Komponente passiert», «Wo im Repo wird der Audit gestartet?»
- Snippet-Preview-Artifact bauen
- Präsentation erstellen über
/superpowers:brainstorming
Werkzeugkasten
Zehn benannte SEO-Skills statt einer abstrakten Aufzählung: SEO-Audit, Technical SEO, On-Page, Keyword-Clustering, Content-Strategie, Content-Brief, AI-Visibility/GEO, Schema-Markup, Internal Linking, Broken Links.
Vergleich Claude / ChatGPT / Gemini
Als Tabelle über sechs Kriterien. Die Stärken der anderen Werkzeuge werden offen benannt — kein Werbeslide.
Bewusst ausgeklammert
- Git-Konzepte — die gehören nach Modul 2, Block 6
- Terminal-Befehle auf Slides — stattdessen Verweis auf
diagnose-und-plugins.md - Cowork praktisch — nur erklärt, nicht geübt
Abschluss
Die drei Regeln für gutes Prompten, die Kernregel «Output reviewen statt blind übernehmen», eine Danger-Zone-Karte und ein Cheat-Sheet zum Mitnehmen.
Plattform-Deep-Dive
Ein einzelner Audit-Request als roter Faden quer durch alle Plattformen: wo er entsteht, wo er verarbeitet wird, wo er landet und wo man ihn im Fehlerfall wiederfindet.
| GitHub | Repo-Struktur von audit-interface · Commits und Branches lesen · Pull Requests · wo der Build startet |
| Cloudflare | Pages-Projekt · Preview- vs. Production-Deployment · Build-Logs · was passiert nach dem Merge |
| Supabase | Tabellen und RLS · Auth-Nutzer · Edge Function und ihre Logs · Realtime-Kanäle · Storage |
| Roter Faden | Ein Audit-Request von Hand durch alle vier Plattformen verfolgt — vom Klick bis zum Ergebnis in der Tabelle |
Ziel
Sich auf allen Plattformen selbst zurechtfinden — und im Fehlerfall wissen, wo man nachschaut, statt zu fragen.
Der rote Faden
Ein einzelner Audit-Request wird von Hand durch alle Plattformen verfolgt: vom Klick in der App über den Build, der die App überhaupt dorthin gebracht hat, bis zum Ergebnis in der Datenbank. Kein Plattform-Rundgang nebeneinander, sondern eine Spur durch alle.
Was pro Plattform drankommt
- GitHub — Repo-Struktur von
audit-interface, Commits und Branches lesen, Pull Requests, und wo der Build ausgelöst wird - Cloudflare — das Pages-Projekt, Preview- gegen Production-Deployment, Build-Logs, und was nach dem Merge passiert
- Supabase — Tabellen und RLS, Auth-Nutzer, die Edge Function und ihre Logs, Realtime-Kanäle, Storage
Herkunft
Ursprünglich als Block in Modul 3 geplant und dort aus Platzgründen gestrichen. Danach als eigenes Modul geführt und gehalten.
Verhältnis zu Modul 6
n8n war hier bewusst nur eine Station auf dem roten Faden. Die Vertiefung folgt in Modul 6.
Vom Wunsch zum Feature
Der erste Tag, an dem selbst gebaut wird. Jeder bringt ein eigenes Feature bis auf eine echte Preview-URL.
| Anforderung | Was baue ich? Vom Wunsch zur prüfbaren Anforderung · vertikal statt horizontal schneiden · die kleinste sichtbare Änderung · wo die eigene Grenze verläuft · fünf Kriterien für ein gutes Übungsfeature · jeder zerlegt sein eigenes Feature schriftlich, danach gegenseitiges Gegenlesen |
| Git-Block | Git in der Praxis Die vier Zustände — Arbeitsverzeichnis, Staging, lokales Repo, Remote · was origin bedeutet · Branch als Zeiger, nicht als Ordner · wann gepullt wird · neun Befehle, getrennt in Schauen und Tun · Pannenhilfe für vier Standardsituationen · Übung: Leitplanken in .claude/settings.json |
| Rezept | Das Feature-Rezept in acht Schritten — live vorgemacht Branch → Kontext → /superpowers:brainstorming → Plan lesen und freigeben → lokal entwickeln → committen und pushen → Preview prüfen → PR nach develop |
| Hands-on | Jeder baut sein Feature durch alle acht Schritte, Buddy-Prinzip. Ziel ist eine Preview-URL, die man verschicken kann. |
Ziel
Ein Ablauf, den die beiden jedes Mal gleich abarbeiten können — damit der Einstieg nicht an der Frage «womit fange ich an?» scheitert. Am Ende des Tages hat jeder eine eigene Änderung auf einer Adresse, die man verschicken kann.
Roter Faden
Zuerst: Was baue ich? Dann: Wie baue ich es?
Der Text, den sie im ersten Block schreiben, geht anschliessend unverändert in den Brainstorming-Dialog mit dem Agent — keine Trockenübung, sondern eine durchgehende Kette.
Was baue ich?
Ausgangspunkt ist ein Wunsch, wie er real ankommt: «die Ergebnisseite ist unübersichtlich». Der Satz beschreibt ein Gefühl, kein Ergebnis — und ist damit kein Auftrag. Daraus wird eine prüfbare Anforderung: vertikal statt horizontal geschnitten, so klein wie möglich, aber sichtbar. Statt eines vorgegebenen Übungsfeatures gibt es einen Kriterienfilter für die eigene Idee — sichtbar, Frontend-only, klein, prüfbar, und etwas, das sie selbst stört.
Git in der Praxis
Modul 2, Block 6 liefert das Warum. Hier kommt das Wie — was passiert, wenn man selbst oder der Agent auf die Tasten drückt.
- Vier Zustände: Arbeitsverzeichnis → Staging → lokales Repo → Remote. Kernsatz: nach dem Commit ist die Arbeit immer noch nur auf dem eigenen Rechner
- Branch als Zeiger, nicht als kopierter Ordner — räumt die häufigste Fehlvorstellung ab
- Neun Befehle, getrennt in Schauen und Tun — die Schau-Befehle bleiben in eigener Hand, den Rest darf der Agent übernehmen
- Pannenhilfe für vier Standardsituationen: falscher Branch, vergessener Pull, Merge-Konflikt, ungefragter Commit
Übung dazu: in .claude/settings.json ein deny auf Push nach main und ein ask auf Commit und Push. Offen benannt: das ist ein Schutz gegen Versehen, keine Sicherheitsgrenze.
Das Feature-Rezept — acht Schritte
- Startpunkt sauber machen —
developpullen, Feature-Branch anlegen, prüfen statt glauben - Kontext geben — betroffene Dateien, CLAUDE.md, Dev-Server
/superpowers:brainstormingmit dem Text aus dem ersten Block- Plan schreiben lassen, lesen, freigeben
- Lokal entwickeln — Browser, DevTools, Testsuite
- Stagen, committen, pushen
- Preview-URL des Branches prüfen
- Pull Request nach
develop
Schritt 1, 4 und 7 bekommen mehr Gewicht als die übrigen: eine Korrektur im Plan kostet zwei Minuten, dieselbe Korrektur nach der Umsetzung eine halbe Stunde. Der Aha-Moment ist die Preview-URL — sie entsteht bereits durch den Push, nicht erst durch den PR.
Spielregeln
Feature-Branch → PR nach develop → Preview des Branches. Der Merge nach develop passiert durch Engineering, main ist tabu. Bewusst ausgeklammert: Git Worktrees, TDD-Vertiefung, Merge nach main.
Material & Stand
32 Slides und drei Anhänge — Rezept-Karte, Befehlsübersicht, Pannenhilfe. Gebaut und gehalten.
n8n: Die Workflow Engine
- Aufbau des Audit-Workflows — welcher Node macht was
- Nodes, Verbindungen, DataForSEO-Anbindung
- Das Executions-Log lesen
- Hands-on Log-Tracing: ein konkretes Audit-Ergebnis zurückverfolgen bis zum verantwortlichen Node oder Prompt
Ziel
Ein konkretes Audit-Ergebnis selbständig bis zu dem Node oder Prompt zurückverfolgen können, der dafür verantwortlich war. Damit werden aus «das Ergebnis ist schlecht» konkrete, adressierbare Rückmeldungen ans Engineering.
Inhalt
- Aufbau des Audit-Workflows — welcher Node macht was, und in welcher Reihenfolge
- Nodes und ihre Verbindungen, inklusive der DataForSEO-Anbindung
- Das Executions-Log lesen: wo steht der Input, wo der Output, wo der Fehler
Hands-on Log-Tracing
Jeder bekommt ein reales Audit-Ergebnis und sucht im Executions-Log die Stelle, an der es entstanden ist. Kein Nachbauen, kein Ändern — nur Lesen und Finden.
Regeln auf der geteilten Instanz
- Ohne ausdrückliche Freigabe nur lesende Operationen
- Der n8n-API-Key wird persönlich verteilt und landet niemals in Git
Verhältnis zu Modul 4
n8n bekommt hier die Tiefe. Im Plattform-Deep-Dive tauchte es nur als eine Station auf dem roten Faden auf.
LLMs, Produkte & Agenten
Beantwortet direkt die Frage aus dem Team: Warum liefert die Gemini-Web-App bessere Ergebnisse als unser n8n-Workflow — und warum kommen wir da nicht per API ran?
- Was ein LLM wirklich kann — und was es strukturell nicht kann
- Modell vs. API vs. Chat-Produkt vs. Agent, erklärt über Motor / Auto / selbstfahrendes Auto
- Model-Landschaft: dauerhaftes Bewertungsraster statt Momentaufnahme-Ranking
- Abschlussfrage: Wo würde ein Chat-Produkt im GEO Agent nicht funktionieren?
Anlass
Aus dem Team kam die Frage, warum die Gemini-Web-App bessere Ergebnisse liefert als der eigene n8n-Workflow — und warum man nicht einfach per API auf diese App zugreifen kann. Dahinter steckt eine Lücke zwischen Modell, API und fertigem Produkt. Genau die schliesst dieses Modul.
Aufbau in vier Schritten
1 · Was ein LLM wirklich kann — und was nicht. Ein Modell sagt Token vorher. Sonst nichts: kein Internet, kein Gedächtnis, keine Dateien, keine Codeausführung. Alles, was in der Gemini-App sichtbar ist, wurde darum herum gebaut.
2 · Was ein Chat-Produkt tatsächlich ist. Die Gemini-App aufgeschnitten: Modell + versteckter System-Prompt + Search-Grounding + Datei-Parser + Code-Interpreter + Bildgenerierung + Gedächtnis + UI + Sicherheitsfilter. Das ist ein Agent mit Werkzeugen — dasselbe Architekturmuster wie der eigene n8n-Workflow, nur von Google gebaut.
3 · Die Modell-Landschaft. Reasoning- vs. Standardmodelle und was «Thinking» wirklich tut · Modellgrössen und der Dreiklang Qualität, Tempo, Kosten · Kontextfenster und warum «gib ihm einfach alles» keine Lösung ist.
4 · Warum unser Workflow anders aussieht. One-Shot statt Gespräch · erzwungener strukturierter Output, weil die App JSON braucht und keinen schönen Fliesstext · Token- und Kostenlimit · kein Mensch, der nachschärft · muss bei hundert Audits hundertmal dasselbe Format liefern.
Die Auto-Analogie
Das Modell ist der Motor. Die API ist derselbe Motor, nur mit Anschlüssen, an die man etwas anbauen kann. Die Gemini- oder ChatGPT-App ist das fertige Auto — mit Navi, Assistenzsystemen und Werkstattnetz. Und der Agent, also unser n8n-Workflow, ist das selbstfahrende Auto, das einen Auftrag eigenständig abarbeitet.
Wer den Motor kauft, bekommt kein Navi mitgeliefert. Und man kann kein fertiges Auto in ein anderes Auto einbauen.
Ehrliche Nuance
Manches davon gibt es an der API — Grounding-Optionen, Tool-Definitionen. Aber es muss ausdrücklich angefordert und bezahlt werden. Es ist nicht «einfach da». Der Tausch lautet: weniger Komfort, dafür Kontrolle, Reproduzierbarkeit und Integration ins eigene Produkt.
Bewusste Setzungen
- Kein Live-Vergleich der Werkzeuge — auf Wunsch gestrichen
- Die Modell-Landschaft vermittelt ein Bewertungsraster, keine Rangliste. Ranglisten sind in drei Monaten peinlich; konkrete Modellnamen werden vor dem Bau frisch recherchiert.
Abschlussfrage
Nennt zwei Stellen im GEO Agent, an denen ihr ein Chat-Produkt nicht einsetzen könntet — und warum. Erwartbar: kein Trigger, kein garantiertes Format, keine DB-Anbindung, keine Nachvollziehbarkeit, Datenschutz.
Stand
Slidetexte stehen (rund 24 Slides), das PPTX ist noch nicht gebaut.
Alle Begriffe, die in den Modulen vorkommen — 78 Stück in 9 Themenfeldern, je mit einer Erklärung in einem Satz.
Web-Grundlagen
13 BegriffeWie das Web überhaupt funktioniert — die Begriffe, auf denen alles andere aufbaut.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Client / Server | Der Client ist das Gerät, das anfragt, der Server die Maschine, die antwortet — zwei Rollen, nicht zwei Orte. |
| Frontend | Alles, was im Browser läuft und sichtbar ist — die Oberfläche der App. |
| Backend | Alles, was hinter der Oberfläche rechnet, speichert und entscheidet. |
| Request / Response | Jede Aktion im Web ist eine Frage an einen Server und eine Antwort zurück. |
| HTTP & HTTPS | Die Sprache, in der Browser und Server miteinander reden — bei HTTPS zusätzlich verschlüsselt. |
| DevTools | Das im Browser eingebaute Werkzeug, mit dem man Requests, Fehler und den Seitenaufbau live mitliest. |
| Website vs. Web App | Eine Website zeigt Inhalte, eine Web App lässt dich etwas tun und reagiert auf deine Eingaben. |
| GET vs. POST | GET holt etwas ab, POST schickt etwas hin — der Unterschied zwischen Lesen und Auslösen. |
| Internet vs. Web | Das Internet ist das Leitungsnetz, das Web nur einer der Dienste, die darauf laufen. |
| DNS & IP | Die IP ist die Hausnummer eines Servers, DNS das Verzeichnis, das den Namen dorthin auflöst. |
| Status Codes | Die dreistellige Rückmeldung eines Servers: 200 hat geklappt, 404 nicht gefunden, 500 Serverfehler. |
| Browser-Rendering | Der Vorgang, in dem der Browser aus Code eine sichtbare Seite zusammensetzt. |
| CSR vs. SSR | Entweder baut der Browser die Seite selbst zusammen oder er bekommt sie fertig vom Server geliefert. |
Frontend-Technologien
7 BegriffeWomit die Oberfläche des GEO Agents tatsächlich gebaut ist.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| HTML | Die Struktur einer Seite — der Rohbau, der sagt, was ein Element ist. |
| CSS | Die Gestaltung — Farben, Abstände, Schriften, Layout. |
| JavaScript | Die Logik im Browser — alles, was auf Klicks reagiert und Inhalte verändert. |
| React | Die Bibliothek, mit der das Frontend aus wiederverwendbaren Bausteinen aufgebaut ist. |
| Komponente | Ein in sich geschlossener Baustein der Oberfläche, der an mehreren Stellen wiederverwendet wird. |
| State | Der aktuelle Zustand einer Komponente — ändert er sich, zeichnet sich die Oberfläche von selbst neu. |
| SPA (Single Page Application) | Eine App, die einmal geladen wird und danach Inhalte nachlädt, statt bei jedem Klick eine neue Seite zu holen. |
Architektur & Schnittstellen
7 BegriffeWie die vier Systeme des GEO Agents zusammenspielen — und warum sie getrennt sind.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Applikationsschichten | Die vier Ebenen des GEO Agents: Oberfläche, Türsteher, Workflow Engine, Datenhaltung. |
| API / Endpoint | Die vereinbarte Schnittstelle, über die ein System einem anderen Daten anbietet, ohne sein Innenleben preiszugeben. Der Endpoint ist die konkrete Adresse dahinter. |
| Edge Function | Die kleine Serverfunktion bei Supabase, die Anfragen prüft und weiterreicht — der Türsteher vor n8n. |
| Workflow Engine | Das System, das einen Ablauf Schritt für Schritt abarbeitet — bei uns n8n. |
| JSON | Das Textformat, in dem Systeme strukturierte Daten austauschen. |
| Monolith vs. Modular | Entweder alles in einem System oder mehrere spezialisierte Teile, die zusammenspielen. |
| Separation of Concerns | Jeder Teil des Systems macht eine Sache — deshalb kennt der Browser die n8n-Adresse gar nicht. |
Plattformen & Betrieb
10 BegriffeWo der GEO Agent tatsächlich läuft und wo man im Fehlerfall nachschaut.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Supabase | Die Plattform, die für den GEO Agent Datenbank, Login, Realtime und Dateiablage liefert. |
| Cloudflare Pages | Der Dienst, der das Frontend baut und weltweit ausliefert. |
| Build | Der Schritt, der aus Quellcode die auslieferbare Version der App macht. |
| Deployment | Das Ausrollen einer gebauten Version auf eine Adresse, die man aufrufen kann. |
| Production | Die Umgebung, die echte Nutzer sehen — Fehler dort sind für alle sichtbar. |
| Auth | Die Prüfung, wer jemand ist und was er in der App darf. |
| n8n | Die Workflow Engine, in der die gesamte Audit-Logik des GEO Agents abläuft. |
| CDN (Content Delivery Network) | Ein Netz verteilter Server, das Dateien vom Standort in der Nähe des Nutzers ausliefert. |
| Storage | Die Ablage für Dateien, die nicht in Tabellen passen — Bilder, Reports, Exporte. |
| DataForSEO | Der externe Datenanbieter, den der Audit-Workflow für SEO-Rohdaten anzapft. |
Git & Zusammenarbeit
9 BegriffeWie Änderungen am Code entstehen, geprüft werden und in die App kommen.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Git | Das System, das jede Änderung am Code festhält und mehrere Leute parallel arbeiten lässt. |
| Repository | Der Projektordner mitsamt seiner vollständigen Änderungsgeschichte. |
| Commit | Ein festgehaltener Stand mit Beschreibung — danach liegt die Arbeit trotzdem noch lokal. |
| Branch | Ein Zeiger auf einen Entwicklungsstrang, kein kopierter Ordner. |
| Pull / Push | Holen, was andere geändert haben — und schicken, was man selbst geändert hat. |
| Pull Request | Der Antrag, eigene Änderungen in einen anderen Branch zu übernehmen, samt Ort für die Diskussion. |
| Remote / origin | Das Repo auf GitHub; origin ist nur sein üblicher Spitzname. |
| GitHub | Die Plattform, auf der das Repo liegt und auf der Pull Requests und Builds zusammenlaufen. |
| Merge-Konflikt | Zwei Änderungen an derselben Stelle — Git kann nicht entscheiden und fragt nach. |
Sicherheit
6 BegriffeWelche Geheimnisse wo liegen — und warum manche öffentlich sein dürfen.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Secrets | Zugangsdaten, die nie in den Code gehören, sondern in die Konfiguration der Plattform. |
| API Key | Ein Schlüssel, der ein System gegenüber einem anderen ausweist. |
| Anon Key | Der öffentliche Schlüssel der App, der für sich allein noch keine Daten freigibt. |
| Service Role Key | Der Generalschlüssel, der alle Datenbankregeln umgeht — gehört ausschliesslich auf den Server. |
| Auth-Flow | Der Weg vom Login über den ausgestellten Ausweis bis zur erlaubten Anfrage. |
| Environment Variables | Werte, die je Umgebung gesetzt werden und deshalb nicht im Code stehen — lokal typischerweise in einer .env-Datei, auf der Plattform in deren Konfiguration. |
LLMs & Agenten
9 BegriffeWas ein Sprachmodell ist, was es nicht ist, und was drumherum gebaut wird.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Prompt | Die Anweisung an ein Sprachmodell — die Genauigkeit hier entscheidet über die Qualität der Antwort. |
| LLM | Ein Modell, das das jeweils nächste Sprachstück vorhersagt — von sich aus tut es nichts anderes. |
| Agent | Ein Modell mit Werkzeugen und einem Auftrag, den es selbständig in Schritten abarbeitet. |
| Kontextfenster | Die Menge an Text, die ein Modell gleichzeitig berücksichtigen kann. |
| Token | Die kleine Texteinheit, in der Modelle rechnen und nach der abgerechnet wird. |
| System-Prompt | Die unsichtbare Grundanweisung, die Rolle und Regeln eines Modells vorgibt. |
| Reasoning / Thinking | Ein Modus, in dem das Modell vor der eigentlichen Antwort Zwischenschritte formuliert. |
| Tool Use | Die Fähigkeit eines Modells, externe Werkzeuge aufzurufen, statt nur Text zu erzeugen. |
| Halluzination | Eine flüssig formulierte, aber erfundene Aussage — der Grund, warum Output geprüft wird. |
Claude-Werkzeuge & MCP
11 BegriffeWelches Werkzeug für welche Aufgabe — und wie Claude an unsere Systeme kommt.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Claude Code | Claude direkt im Repo — liest und schreibt Dateien und führt Befehle aus. |
| Claude Chat | Das Gespräch im Browser, dessen Kontext nur aus dem Chat selbst besteht. |
| Projects | Ein Chat mit eigener Wissensbasis und Gedächtnis für wiederkehrende Arbeit. |
| Artifacts | Eigenständige Dateien und kleine Apps, die direkt im Chat entstehen. |
| MCP (Model Context Protocol) | Der einheitliche Stecker, über den Claude an externe Systeme wie n8n oder Supabase angebunden wird. |
| Connector | Eine konkrete Anbindung an ein externes System über MCP. |
| Skills | Hinterlegte Arbeitsanweisungen, die Claude für eine wiederkehrende Aufgabe abruft. |
| Markdown | Eine schlichte Textauszeichnung, die Menschen und Maschinen gleichermassen gut lesen. |
| CLAUDE.md | Die Datei im Repo, in der die Regeln und der Kontext des Projekts für den Agent stehen. |
| Slash Command | Ein abgekürzter Aufruf im Chat, der einen hinterlegten Ablauf startet. |
| Cowork | Agentisches Arbeiten wie Claude Code, aber für Aufgaben ausserhalb von Code. |
Arbeitsweise
6 BegriffeWie aus einem Wunsch eine Änderung wird, die man jemandem zeigen kann.
| Begriff | Was es ist |
|---|---|
| Anforderung / Definition of Done | Die Beschreibung dessen, was gebaut werden soll, samt einer überprüfbaren Bedingung dafür, wann es fertig ist — so formuliert, dass zwei Personen unabhängig voneinander zum selben Urteil kommen. |
| Spec & Plan | Der geschriebene Plan vor der Umsetzung; eine Korrektur darin ist billig, danach teuer. |
| Brainstorming-Skill | Der geführte Dialog, in dem aus einem Wunsch eine prüfbare Anforderung wird. |
| Spec Driven Development | Erst die Spezifikation schreiben und freigeben, dann bauen — der geprüfte Plan ist die Vorgabe, nicht der Code. |
| Code Review | Das Gegenlesen einer Änderung durch jemand anderen, bevor sie übernommen wird. |
| Test Driven Development | Erst den Test schreiben, der fehlschlägt, dann den Code, der ihn erfüllt. |
Ablauf für ein neues Feature im Audit-Interface — vom Wunsch bis zur Prüfung auf develop.geo-agent.pages.dev.
Ablauf im Überblick
15 Schritte| # | Schritt | Was passiert | Wer |
|---|---|---|---|
| 0 | Hotspot | WLAN-Verbindung ausserhalb des Swisscom-Netzes starten. | Du |
| 1 | Aufräumen | Alle offenen Änderungen (rote und grüne Zahlen oberhalb des Textfelds im Chat) von vorher sind gespeichert oder verworfen. Einfach den Agenten fragen: «Hei, kann ich mit einem neuen Feature starten oder sind noch Änderungen offen? PS: der develop-Branch ist normalerweise vor main.» | Du oder Agent |
| 2 | Lokale Umgebung starten | «Starte die lokale Umgebung» im Chat eingeben, der Agent startet die App auf deinem Rechner. Klappt es über den Chat nicht, ein Terminal öffnen und npm run dev eingeben. | Du |
| 3 | /start-feature <name> | Befehl im Chat eingeben. Agent holt den neuesten Stand vom Repo (GitHub) und legt daraus einen eigenen Arbeitsbereich für dein Feature an. Alles Weitere passiert dort. | Du |
| 4 | Durchfragen / Brainstorming-Skill | Dem Agent sagen, dass er den Brainstorming-Skill starten soll — im gleichen Prompt gleich Kontext mitgeben: was das Feature können soll, für wen, was in Sonderfällen passiert. | Agent fragt, du antwortest |
| 5 | Plan & Spec zeigen | Agent schreibt auf, was er vorhat, du sagst ja oder korrigierst. Das Spec/Plan-Dokument ist sehr technisch — so weit wie möglich prüfen. | Agent schreibt, du gibst frei |
| 6 | Nachlesen | Agent liest die Notizen zu den bestehenden Funktionen, die er anfasst. | Agent |
| 7 | Prüfungen schreiben | Agent schreibt zuerst kleine automatische Prüfungen (Tests), die beschreiben, was das Feature können muss. Anfangs schlagen sie fehl — das ist der Sinn (Test Driven Development). | Agent |
| 8 | Bauen | Agent programmiert das Feature, bis die Prüfungen positiv durchlaufen. | Agent |
| 9 | Agent kontrolliert | Agent schaut sich das Ergebnis in der Vorschau an. | Agent |
| 10 | Lokal prüfen | Du klickst das Feature in der Vorschau (localhost) durch und sagst dem Agenten, was noch nicht stimmt. | Du |
| 11 | /ship | Sehen die Änderungen lokal gut aus, mit dem Befehl auf die Testumgebung «develop» pushen. Ein automatischer Prüflauf checkt sie durch — nur wenn alles grün ist, wird übernommen. | Du |
| 12 | Warten | Danach richtet sich die Testumgebung automatisch neu ein: Datenbank und Hintergrundfunktionen inklusive. Dauert ein paar Minuten. | passiert von allein |
| 13 | Testumgebung prüfen | Du testest das Feature auf develop.geo-agent.pages.dev. | Du |
| 14 | Nachbessern | Stimmt etwas nicht? Dem Agent mitteilen, gemeinsam lokal weiterentwickeln bis alles passt. Danach wieder weiter mit Schritt 11. | Du |
Was bei /start-feature <name> passiert
- Ich schaue, ob noch etwas Unfertiges herumliegt. Wenn ja, halte ich an und zeige es dir. Ich werfe nichts von selbst weg — das entscheidest du.
- Ich hole den neuesten Stand vom Team. Damit du nicht auf einer veralteten Version aufbaust.
- Ich prüfe, ob dein Stand und der vom Team zusammenpassen. Sind sie auseinandergelaufen, halte ich an und sage Bescheid, statt das stillschweigend zusammenzuschieben.
- Ich mache aus deinem Wunschnamen einen technisch gültigen Namen. Umlaute werden ausgeschrieben, Sonderzeichen fliegen raus, Leerzeichen werden zu Bindestrichen:
Multi Segment Audit→feature/multi-segment-auditÄnderungen Übersicht→feature/aenderungen-uebersicht
- Ich lege deinen Arbeitsbereich an und wechsle hinein. Ab jetzt landet alles dort und nicht in der gemeinsamen Version.
- Ich sage dir, wie er heisst und auf welchem Stand er aufsetzt.
Sagst du keinen Namen, frage ich nach. Nach aussen sichtbar ist noch nichts — das passiert erst bei /ship.
Subagent vs. Inline Development
Kurzfassung: Eine Sache → inline. Eine Liste von Sachen → Subagent. Im Zweifel inline.
| Deine Situation | Wahl |
|---|---|
| Ich kann die Aufgabe in einem Satz sagen | inline |
| Ein Bug, ein Verhalten, eine Stelle zum Ändern | inline |
| Ich will mitlesen und unterwegs eingreifen | inline |
| Ich habe eine nummerierte Liste / einen Plan | Subagent |
| Mehrere getrennte Baustellen (verschiedene Features & Plattformen) | Subagent |
| Es dauert lange und ich will derweil was anderes machen | Subagent |
Die Trade-offs
| inline | Subagent | |
|---|---|---|
| Kontextbudget | Füllt sich über lange Sessions und wird gegen Ende ungenauer. | Startet mit leerem Kontext und bekommt eine klare Aufgabe. |
| Sichtbarkeit | Du siehst jeden Schritt, korrigierst sofort. | Du siehst nur das Ergebnis, Korrektur erst am Schluss. |
| Ablauf | Streng nacheinander. | Kann Aufgaben gleichzeitig erledigen, gibt aber auch sequentielle Abläufe (Review, Übergabe). |
| Aufwand pro Aufgabe | Ist schneller bei allen kleinen bis mittleren Aufgaben. | Braucht tendenziell länger als inline, liefert aber bessere Qualität durch mehr Checks. |